Nachdem wir recht spät am Dienstag Abend in Hanko angekommen waren, freuen wir uns auf den segelfreien Tag am Mittwoch. Für Mittwoch ist kräftiger Wind aus Nordwest angesagt. Da wir natürlich genau Richtung Nordwesten weiter wollen, verbringen wir den Tag lieber im Hafen. Der Hafen ist recht voll und nur wenige Schiffe laufen aus bzw. wenige neue kommen hinzu.

Wir nutzen die Zeit und erkunden die Stadt. Im Hafenbüro gibt es allerlei Unterlagen über die Stadt. Mit einem Stadtplan bewaffnet ziehen wir in die City. Schnell stellen wir fest, dass Hanko verdammt klein ist. Das kommt unseren Füßen ganz gelegen, denn die haben immer noch genug vom Sightseeing in St. Petersburg. Hanko erscheint uns nicht außergewöhnlich hübsch, der Stadtteil mit den Läden zur täglichen Versorgung ist eher zweckmäßig und sicher architektonisch keine Meisterleistung - eher das Gegenteil. Wir begutachten den Wasserturm, der rot und groß über Hanko prangt. Wir schauen uns ein wenig weiter um und entdecken den Kurpark mit seinem Casino und das angegliederte Villenviertel. Hier entdecken wir viele Häuser in einem filigranen Holzhausstil. Von dem Park aus erkunden wir den so genannten "Path of Love" und genießen die tolle Aussicht auf Hanko und die Schärenwelt. Hier werden wir auch Zeugen der Geschichte. Vereinzelt finden wir Gefechtsstände und Unterschlüpfe die aus vergangenen Zeiten stammen. In Hanko finden wir auch das Monument der Freiheit, das erstmalig 1921 errichtet wurde und daran erinnert wie die deutschen Kräfte 1918 in Hanko anlandeten und das Denkmal für die Auswanderer. Zahlreiche Finnen verließen bis 1930 das Land um über England nach Canada, Australien oder in die USA zu reisen. Ihren Absprung suchten die meisten in Hanko.

Nach unserem kurzen Stadtrundgang kehren wir in den Hafen zurück. Wir haben einige Kleinigkeiten an Bord zu optimieren: ein Fenster ist leicht undicht und wir wollen es wieder im Tikaflex abdichten. Des Weiteren wollen wir uns die Fallen genauer ansehen, ob der Übergang zum Verjüngten bei allen Fallen noch gut aussieht und nicht ausgefranst ist. Am Backbord-Fockfall darf Silja wieder ein wenig "stricken".

Zu unserer Überraschung gibt es den Mittwoch-Nachmittag-Markt direkt im Hafen. Das trifft sich gut. Während die Waschmaschine läuft, wollten wir eh einkaufen gehen. So verlagern wir einen Teil des Einkaufes auf den Markt: beim Fischhändler kaufen wir leckeren Lachs, der Gemüsehändler verkauft uns frische Kartoffeln und dann gibt es auch noch zuckersüße Erdbeeren. Damit ist das Abendessen perfekt. Nur müssen wir uns den Salon beim Essen mit unserer Wäsche teilen, denn die ist im Trockner nur bedingt trocken geworden.

Am Donnerstag brechen wir dann früh auf, für den Nachmittag ist stärkerer Wind aus Nordwest angesagt und da wir nach Nordwesten wollen, möchten wir diesen nur ungerne auf die Nase bekommen. Der Plan war zunächst bis nach Käsnäs zu fahren. Doch unterwegs hatten wir gar keine Lust mehr auf einen großen Hafen und all zu viele Facilities. Uns war mehr nach einem kleinen Hafen, in dem man auch noch eher Kontakt zu den einheimischen Seglern bekommt. So beschlossen wir nach Högsara zu segeln. Obwohl der Wind von vorne kam und das Fahrwasser nicht immer sehr breit war, schafften wir es und segelten fast bis vor den Hafen. Gut, dass Fritsjen bei Flachwasser so gut Höhe läuft. Bis kurz vor dem Hafen war es ein angenehmes Segeln bei bis zu 14 Knoten Wind. Jan navigierte, Silja steuerte - und so kamen wir prima voran. Gegen Mittag frischte dann wie angekündigt der Wind auf und so waren wir froh als wir gegen 14 Uhr in Högsara die Segel bergen und uns eine der freien Heckbojen angeln konnten. Högsara ist ein kleiner Anleger mitten in der finnischen Natur. Nur ein paar Ferienhäuser reihen sich um den Hafen. In 1 km Entfernung entdecken wir dann noch Farmers Cafe - und wir sind schlichtweg sprachlos. Das hatten wir nicht erwartet: mitten im Nirgendwo taucht ein Cafe auf, das einfach nur schön ist. Toller Garten, tolle Sitzgelegenheiten und Kaffee, Kakao und Kuchen sind schlichtweg unschlagbar. Hätten wir das gewusst, hier kann man auch richtig zu Abendessen. Aber bei uns warten nun zwei Steaks, Salat und Baguette. Und danach gibt es natürlich Fußball - wie gut, dass der Hafen WLAN hat.

Am Freitag wollen wir dann wieder weiter. Es sind leichte Winde zunächst aus Ost, dann aus Süd angesagt und die wollen wir nutzen um nach Turku zu kommen. Denn wie soll es anders sein, am Samstag ist wieder kräftiger Wind angesagt und dazu mal wieder Regen...