In Högsara genießen wir ein schönes Frühstück in aller Ruhe. Der Wind ist verschwunden, man hört nur die Vögel und nur wenige Liegeplatznachbarn sind schon auf den Beinen. Wir haben uns frisch gebackene, warme Brötchen gegönnt. Denn diese werden netter Weise in einem kleinen Holzfach direkt im Hafen verkauft - abends und morgens. Sehr zu empfehlen

Trotz Flaute brechen wir auf, denn schon um 9 Uhr soll der Wind über Ost auf Süd drehen und bis auf 12 Knoten zu nehmen. Diesen Wind wollen wir nutzen um nach Turku zu kommen. Die ersten Meilen legen wir folglich mit dem Motor zurück. Dann kommt der Wind wie angekündigt und wir setzen Groß und Genua. Die Genua ist erst das dritte Mal im Einsatz. Endlich einmal haben wir wieder einen wunderschönen Segeltag mit humanem Wind und Sonne! Der Sommer kommt doch noch. Leider wird allerdings über Funk schon wieder die nächste Starkwindwarnung ausgesprochen - schade, dann war es mal wieder nur ein Zwei-Tage-Sommer. Aber wir sind ja gut vorbereitet. Nach dem Tipp von Susanne gestern Abend über Facebook haben wir darüber nachgedacht, ob sie nicht vielleicht doch recht haben könnte. Vielleicht brauchen Rasmus und Neptun nicht mehr nur Alkohol? Vielleicht müssen wir härtere Geschütze auffahren?! Wir setzen alle Hebel in Bewegung und organisieren ein wenig Dope. Und davon gibt es direkt zwei Teelöffel für die beiden. Wir hoffen damit wirklich alles für den Sommer getan zu haben;-)

Wir segeln bis kurz vor dem engeren Fahrwasser von Turku - die letzten Meilen allerdings nur noch mit Genua, denn der Wind kommt direkt von hinten (mal wieder). In Turku laufen wir am Nachmittag ein. Der Hafen ist - wie wir erwartet hatten schon recht voll, aber das stört uns nur wenig. Wir ergattern eine der freien Boxen, die vermutlich eher für Motorboote gedacht sind. Aber, wir sind ja nicht breit und nicht lang, und so passen wir dort hervorragend hinein. Wir klaren schnell auf, erledigen die Hafenformalitäten und machen dann noch einen ersten Rundgang entlang des Aura Flusses. Wir scheinen wieder genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Es ist Freitag und hier scheint es freitags einen Markt zu geben. Und dem noch nicht genug, es findet auch gerade in diesen Tagen ein mittelalterlicher Markt in Turku statt. Wir sehen die Domkirche, das Haus Brinkkalla, von dessen Balkon alljährlich der Weihnachtsfrieden ausgerufen wird, die Bibliothek, das Apothekenmuseum, die zahlreichen Brücken und Restaurants. Auch das Denkmal des Langstreckenläufers Paavo Nurmi läuft uns über den Weg wie auch das Kunstwerk Harmonia, eine gewaltige Flosse, die aus dem Fluss ragt. Natürlich besuchen wir den mittelalterlichen Markt und sind beeindruckt von dessen Größe. Irgendwann sind aber auch unsere Füße ein wenig lahm und auch die fast 40 Seemeilen machen sich ein wenig bemerkbar. Es geht zu Fritsjen zurück, denn dort wartet auf uns lecker Pasta mit Scampis.

Für morgen ist wie erwähnt starker Wind angesagt, so dass wir einen ganzen Tag Zeit haben, Turku weiter zu erkunden. Danach soll es dann wieder weitergehen - wir wollen weiter nach Norden kommen. Es fällt uns zwar recht schwer hier in den Schären von Hanko und Turku nicht tagelang zu verweilen, denn es sieht überall so schön aus, doch wir wollen weiter. Unsere Idee war die Ostsee einmal zu umrunden. Da bleibt dann leider wenig Zeit einzelne Gebiete ausgiebig zu besegeln. Aber es müssen ja auch noch Reviere für die nächsten Sommer offenbleiben. Einen Sommer lang nur die Schären zwischen Stockholm und Hanko zu besegeln, das wäre sicher noch einmal ein gutes Vorhaben...

Und auf der Boot.de Seite gibt es mal wieder einen neuen Bericht von uns: unser Resümee der Russland-Segelreise oder auch der Russland Test. Hier könnt ihr den Bericht nachlesen:

Siljas und Jans Fazit zu Russland auf boot.de