Am Donnerstag machen wir uns auf den Weg nach Söderhamn - wir wollen Thorsten abholen. Unser Bus geht um 12.10 Uhr in Sandarne los und soll um 12.25 Uhr am Bahnhof von Söderhamn sein. Thorsten soll um 12.28 Uhr ankommen. Also, alles ist genau terminiert und abgestimmt. Hoffen wir mal, dass wir vor Thorsten am Bahnhof sind. Prima, der Bus kommt schon mal mit Verspätung in Sandarne an. Dann hält er wesentlich öfter als gedacht, ist wahnsinnig voll und natürlich deutlich später am Bahnhof als angegeben. Gut, dass auch der Zug aus Stockholm nicht pünktlich ist. Schnell geht es für uns zum Gleis 3 und siehe da, in der Ferne sehen wir den Zug. Schnell holen wir noch das Begrüßungsschild hervor - Thorsten soll ja adäquat empfangen werden. Und wir als Team von Fritsjen Cruises tun unser Bestes, dass Thorsten einen zünftigen Empfang erhält
Nach einem großen "Hallo" machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt. In der Nähe des Mc Ronalds Restaurant soll einer sein. Schön, dass wir eine Tankstelle mit kleinem Shop finden, aber keinen Supermarkt. Naja, wir machen Halt bei Mc Donalds, gönnen uns ein Eis und einen Kaffee und fragen uns weiter nach einem Supermarkt durch. Und siehe da, ganz in der Nähe gibt es einen großen ICA-Supermarkt. Dort kaufen wir üppig ein und entschließen uns aufgrund des doch ziemlich umfangreichen Gepäcks den Rückweg nach Sandarne mit dem Taxi zurückzulegen. Außerdem ist so super Wetter - wir wollen heute noch einen Schlag segeln gehen.
Gegen 16 Uhr schmeißen wir die Leinen los. Unser Ziel ist die Insel Storjungfrun. Zunächst motoren wir aus den engen Fahrwassern von Sandarne und danach setzen wir Groß und Fock. Es sind wahnsinnig tolle Segelbedingungen. Eine leichte Brise bringt uns zügig voran und zudem sind die Temperaturen so angenehm, dass wir alle drei in kurzen Hosen im Cockpit sitzen. Das ist ein toller Start in den Urlaub für Thorsten! Und es wird noch besser. Wir laufen den Hafen der Insel Storjungfrun an und sind mal wieder begeistert. Wir sind das einzige Schiff im Hafen, der Hafen ist klein und die Insel ebenfalls. Wir finden ein paar wenige Sommerhäuschen vor, eine Infotafel, eine Toilette, eine Bastu und einen Leuchtturm. Alles ist - wie so oft - liebevoll angelegt. Wir schmeißen den Grill an: es gibt mal wieder Lachs mit Kartoffeln. Und nach dem Essen gönnen wir uns noch zwei Saunagänge in der kleinen Bastu. Sie ist einfach toll, bietet einen Blick auf den Hafen und die Bucht und wird zünftig mit Feuerholz betrieben. Wir genießen die mittlerweile ganz angenehmen Wassertemperaturen von fast 17 Grad. Die Insel gefällt uns allen - es ist so ruhig - man hört nur die Vögel Geschichten erzählen. Nur ein Häuschen scheint hier bewohnt zu sein, ansonsten haben wir den Eindruck, wir sind die einzigen hier.
Nach einer ruhigen Nacht gibt es dann am Morgen eine Überraschung. Alles ist grau - dichter Nebel ist um uns herum. Und zunächst absolute Flaute. Gegen 10 Uhr kommt eine ganz leichte Brise auf, nach wie vor ist der Nebel sehr dicht. Wir wollen weiter und so entschließen wir uns - trotz Nebel - aufzubrechen. Wir setzen Groß und Genua, schalten unseren SeaMe ein, legen die Tröte bereit, stellen den AIS Alarm im Funkgerät ein und segeln mit Kurs Süden. Wir kommen sogar recht zügig voran, obwohl der Wind mit fünf bis sieben Knoten mal wieder sehr leicht ist. Gegen 14 Uhr klart es ein wenig auf und zu unserer Verwunderung kommen sogleich recht hohe Wolken zum Vorschein. So segeln wir noch zwei Stündchen bei nettem Sonnenschein, mittlerweile moderaten Winden, so dass die Genua der Fock weichen muss und müssen feststellen, dass die dunklen Wolken deutlich auf uns zukommen. Dann sehen wir auch schon den ersten Blitz, hören den ersten Donner und wir verkleinern zunächst die Segelfläche des Großsegels und binden das 2. Reff hinein, später nehmen wir dann auch noch die Fock herunter - sicher ist sicher und diese Wolkenwalze erinnert uns nur zu sehr an das Gewitter von Furuögrund. Wir haben Glück, ändern den Kurs und so gibt es noch ein paar wenige weitere Blitze und viel Regen, aber keine große Böenwalze. Nach 20 Minuten ist das Spektakel vorbei, der Wind allerdings auch gänzlich eingeschlafen. So motoren wir die verbleibenden Meilen nach Huseliiharen, ein kleiner Hafen nahe Gävle. Der Hafen ist ok, bietet aber bei Weitem nicht das Ambiente des gestrigen Abends. Aber, wir haben einen Liegeplatz, die Sonne scheint wieder, es gibt eine Bastu und Duschen. Was wollen wir mehr. Bei uns wird heute Abend wieder der Grill angeschmissen, dieses Mal wird Fleisch aufgelegt, ein paar Würstchen und Mais.
Morgen werden wir recht früh aufbrechen, vor uns liegen 45 Seemeilen. Wir wollen nach Öregrund und danach soll es im nächsten Schlag auf die Alands gehen. Schauen wir mal, wann das sein wird. Für Sonntag ist recht viel Wind vorhergesagt - fast zu viel Wind für uns. Aber die Vorhersage kann sich ja doch noch ändern
