Ach ja, manchmal kann Einwehen auch ganz nett sein! Wir erkunden zwei Tage lang die Insel Saarema. Und Jan fühlt sich hier wie zu Hause, entdeckt er doch immer wieder "Singer"-Produkte. Aber der Reihe nach: am Freitag schlafen wir erst einmal gemütlich aus, gönnen uns zum Frühstück leckere Pfannkuchen mit Schokocreme. Dann - der Regen hat sich mittlerweile auch verzogen - brechen wir auf in das Städtchen Kuressaare - gleichzeitig auch Hauptstadt der Insel mit über 15.000 Einwohnern. Wir sind begeistert. Nicht nur die Bischofsburg hat es uns angetan, sondern auch die vielen kleinen und großen liebevoll renovierten Häuser. Der Ortskern ist sehr nett zurecht gemacht. Nach einem leckeren Kaffee lassen wir es uns natürlich nicht nehmen, die Bischoffsburg zu besichtigen. Wir werden erschlagen - nicht nur von dem Bauwerk, sondern von den Unmengen an Informationen, die sich hinter den Mauern verbergen. Wahnsinn! Hier ist die Geschichte Saaremas dokumentiert. Wir schlendern durch die zahlreichen Räume und lassen die Informationen auf uns einprasseln. Uns fasziniert insbesondere die jüngste Geschichte, in der Estland seine Unabhängigkeit erhielt. Wahnsinn, toll aufbereitet und richtig spannend!
Für Samstag haben wir uns einen kleinen Mietwagen organisiert mit dem wir die weitere Insel erkunden. Zunächst fahren wir zum See Kaali, der Krater eines Meteoriten Einschlags, der vor über 2000 Jahren entstanden ist. Der Krater gilt mit 110m Durchmesser als einer der größten Meteoritenkrater Europas. Dann machen wir uns weiter auf den Weg zu den Panga Klippen, sie sind die höchste Steilküste auf der Insel. Auf dem Weg dorthin stoppen wir an den Windmühlen von Angla. Hier finden wir fünf Windmühlen, drei Pferde, die zum Reiten einladen und einige antike Trecker und Pflüge. Als wir an den Panga Klippen ankommen, weht es nach wie vor sehr stark und leider regnet es nun auch. Insofern schauen wir nur flüchtig die Klippen hinunter und verschwinden schnell wieder im Auto. Wir fahren von dort aus die weitere Insel Richtung Süden/Südwesten ab. Wir entdecken die Quellen von Odalätsi. Mitten im Wald steigt Quellwasser aus den umliegenden Sümpfen an die Erdoberfläche. Auch wenn es im Volksmund heißt: wer sich mit dem Quellwasser das Gesicht wäscht, bleibt ewig jung - wir verzichten drauf, es ist nach wie vor eisig kalt. Wir fahren bis zum südlichsten Punkt der Insel Saarema, wo der Leuchtturm Sääre zu finden ist. Danach gehts es wieder zurück nach Kuressaare - wir haben genug gesehen, sind müde vom Autofahren und wollen den letzten Abend noch im Restaurant im Hafen verbringen. Denn für morgen verspricht der Wetterbericht Wetterberuhigung und Winde aus Nordwest - perfekt um nach Ruhnu zu segeln.
Zuvor hatten wir uns schon von Oskar verabschiedet. Oskar ist der legendäre Hafenmeister von Kuressaare, der in fast jedem Reisebericht Erwähnung findet. Er ist eine Institution - freundlich, lustig und sehr hilfsbereit. In seinem Büro entdecken wir zahlreiche Clubstander deutscher Yachten, auch von Ingo und seiner Jolago finden wir eine "Unterschrift". Damit Oskars Büro noch bunter wird, schenken wir ihm auch unseren Clubstander - nun prangt auch ein TSVS Stander an der Wand von Oskars Büro.
