Mariehamn ist erreicht und wir freuen uns. Allerdings verrät ein Blick auf die Wettervorhersage nichts allzu Gutes. Wie sich sicher jeder denken kann, wird der Wind die nächsten Tage drehen und  zwar auf westliche Richtungen. Dazu kommen leider noch dicke Wolken und Regen.

Wir machen das Beste draus. Zunächst wird der Grill angeschmissen und wir machen uns trotz Feuchte und Kühle einen gemütlichen Abend im Cockpit. Zum Nachtisch gibt es gegrillte Marshmallows - mmmh, sehr lecker. Der nächste Tag steht ganz im Sinne von Sightseeing. Wir wollen Mariehamn erkunden. Mehrfach wurden wir vorgewarnt, dass Mariehamn nicht allzu hübsch sein soll. Bisher - wir liegen im Westhafen - sind wir noch nicht negativ überrascht von Mariehamn. Uns gefällt es ganz gut. Der Hafen ist nahezu leer, die sanitären Einrichtungen sind super, wir haben WLAN im Hafen - uns könnte es bei Weitem schlechter gehen. Wir schlendern zum Ostufer der Halbinsel, denn wir wollen zum Seefahrerviertel - das hörte sich in unserem Alandführer gut an. Unser Weg geht vorbei am Osthafen - den wir nicht wirklich besonders finden. Ja, wir können den uns überbrachten Urteilen zustimmen - Mariehamn ist nicht wirklich besonders attraktiv. Das Seefahrerviertel ist nett, aber es wirkt leer und ein wenig verlassen - wir haben eben keine Saison mehr. Für uns geht es danach in das Zentrum, wir wollen einen Kaffee trinken. Aber ein nettes Cafe in Mariehamn zu finden, das gestaltet sich als nicht ganz leicht. Wir finden eine Lokalität, die uns zusagt. Mal abgesehen von einem turbostarken Cappuccino für Thorsten und einem absoluten Wasserkakao für Silja ist alles bestens. Wir schlendern zurück zum Westhafen und auf geht es ins Seefahrtsmuseum bzw. auf die Pommern. Das können wir uns ja nicht entgehen lassen. Die Pommern ist liebevoll erhalten und im Innern gleicht das Schiff einem Museum. Viele Tafeln, Fotos und Filme zeigen, wie man früher auf dem Schiff gelebt und gearbeitet hat. Danach sind wir von den vielen Eindrücken müde und k.o. und gönnen uns einheimische Küche bzw. das, was außerhalb der Saison, zu erschwinglichen Preisen noch zu bekommen ist. Für den Abend verziehen wir uns unter Deck, es regnet und weht kräftig aus südwestlichen Richtungen und erstmals seit langem holen wir die Heizlüfter hervor. Für uns gibt es einen Münsteraner Tatort und wir freuen uns über Thiels und Boernes Scherze. Unser Urteil zu Mariehamn: irgendwie eine "spezielle" Stadt.

An sich war unser Plan bis Donnerstag die Alands unsicher zu machen und am Freitag Richtung Stockholm aufzubrechen. Doch aufgrund der Wettervorhersage wollen wir schon am Mittwoch versuchen zum schwedischen Festland zu kommen. Aber einen Stopp müssen wir noch einlegen: wir wollen unbedingt nach Kobba Klintar - eine ehemalige Lotsenstation. Wir beschließen ohne Frühstück in Mariehamn aufzubrechen und das Frühstück auf Kobba Klintar nachzuholen. Und die Entscheidung war goldrichtig. Kobba Klintar ist ein Traum! In dem kleinen Hafen sind wir mal wieder die einzigen. Wir genießen einen tollen Ausblick und frühstücken dabei. Dann erkunden wir die Insel von überschaubarer Größe. Viel gibt es nicht zu entdecken, doch das Wenige ist beeindruckend. Wir dürfen sogar ins Lotsenhaus selber, denn mittlerweile ist ein Arbeiter der Insel aufgetaucht. Das kleine Cafe hat leider geschlossen, aber das war zu erwarten. Nach unserem Rundgang und nach zig Fotos in der Kamera brechen wir auf - Richtung Schweden. Doch nach wenigen Meilen - wir alle schauen uns den Himmel an, die Windstärke und die Wellen - brechen wir ab. Es hat weniger als sechs Knoten Wind, die Wolken sehen nach Gewitter aus, die Wellen stoppen Fritsjen sofort auf und wir haben 30 Seemeilen freies Wasser vor uns. Nein, das muss nicht sein. Wir kehren um und laufen ein zweites Mal in Kobba Klintar ein. Jetzt können wir endlich einmal unser Dinghi testen. Wir wollten es schon so oft tun, aber bisher fehlte die Muße. Was für ein Spaß! Die erste Tour erfolgt paddelnder Weise - Jan und Thorsten haben ihren Spaß. Dann kommt der Motor - der zunächst nicht in Gang kommt, aber nach ein paar Streicheleinheiten einwandfrei läuft. Es gibt ein paar Testfahrten und dann geht es zu dritt (ja! es passen problemlos drei Personen in unser Dinghi) zur Nachbarschäre. Was für ein Spaß! Danach ist dann ein wenig Arbeit angesagt: im Dinghi sitzend putzen Jan und Silja die Außenhaut von Fritsjen. Am Abend machen wir ein kleines Feuer und grillen Fisch und Kartoffeln. Leider kommt während des Grillens ein Regenschauer vorbei und wir müssen umziehen. Da direkt neben dem Grill ein Kinderhäuschen zu finden ist, ziehen wir in das kleine Häuschen und machen es uns dort gemütlich...und Spielzeug gibt es noch dazu

Am Donnerstag brechen wir früh um sechs Uhr auf und nehmen Kurs auf das schwedische Festland. Die Überfahrt ist feucht und recht zügig. Wir können den Kurs zwar nicht direkt anliegen, aber immerhin haben wir keine volle Kreuz. Siljas Schwimmweste macht sich bei dem ganzen Regen selbstständig und poppt einfach auf - super! Nach gefühlten sieben Stunden Regen und zwei Stunden bei bedecktem Himmel laufen wir leicht durchnässt in Furugrund ein. Hier legen wir uns erst einmal trocken und genießen den Abend.

Morgen brechen wir auf nach Stockholm. Dort gibt es weiteren Besuch: Anke, Thorstens bessere Hälfte kommt und Jans Schwester Lena und Freund Adam.