Es war mal wieder typisch! Wir wachen auf, es waren westliche Winde angesagt und was ist? Nordostwind! Mmmh, an sich für uns nicht ganz schlecht, aber im Süden von Hailuoto sehen wir dunkle Wolken. Was passiert hier wettertechnisch? Wir lassen es daher gemütlich angehen, beobachten das Wetterphänomen und frühstücken erst einmal. Danach wird der Nudelsalat zubereitet, der Abwasch getätigt und wir pflegen in der Küche des Hafens Kontakte zu finnischen Seglern. Wir tauschen uns aus, bekommen zahlreiche Tipps zu Ankerbuchten und Häfen. Sie berichten, dass es tatsächlich vom nördlichen Teil des Bottnischen Meerbusens nur wenige Handbücher und schriftliche Informationen gibt. Dennoch gibt es hier verdammt nette Ecken, wie wir selbst schon festgestellt haben. Auch nur dicht unter Land ist es zwingend notwendig sich an die Fahrwasser zu halten. Weiter draußen kann man durchaus auch über flachere Stellen fahren, unerwartete Rockies sind hier nicht zu befürchten, so die Finnen. Höchstens Fischerfähnchen und die leider auch im Fahrwasser. Also Augen auf!
Gegen 12 Uhr hat der Wind auf Nordwest gedreht, nicht gut für uns, aber dennoch für uns ein Signal zum Auslaufen. Wir wollen nach Haparanda und noch einen Tag zu warten, halten wir nicht für sinnvoll, denn dann ist kräftiger Südwestwind zu erwarten und danach ist uns nun gar nicht. Gemeinsam mit einer finnischen Segelyacht laufen wir aus. Der Wind dreht weiter und immer mehr können wir unseren Kurs nach Haparanda direkt anliegen. Wunderbar. Zunächst erwarten uns leichte Winde, unser Windpilot Willi steuert und die Sonne luckt hervor! Prima Segelwetter! Doch wir wissen alle nur zu gut, dass dies nicht so bleiben wird. Die ersten Schauer sind in Sichtweite und so dauert es auch nicht allzu lange bis wir das erste Reff ins Groß binden und unseren Willi von seiner Arbeit befreien. Dennoch müssen wir feststellen, wir haben Glück. Insgesamt sind es nur drei Schauer, die uns erwischen. Einer davon ein wenig kräftiger und mit recht unangenehmen Böen, aber der restliche Teil der Überfahrt ist recht kommod. Die Wellen halten sich auch im Rahmen und so laufen wir noch vor Mitternacht in Haparanda ein. Eigentlich ist es auch erst 22.30 Uhr, denn hier können wir die Uhr ja wieder eine Stunde zurückstellen.
In Haparanda gönnen wir uns ein üppiges Mitternachtsmal. Alles was noch da ist, wird auf den Tisch gepackt: Reste vom Räucherfisch, Rentierfleisch, Nudelsalat, diverse Brotsorten, dazu leckeren Rotwein und zum Abschluss noch eine Packung Chips. Vollgefuttert und müde fallen wir in die Kojen.
Den Hafen inspizieren wir erst am nächsten Tag. Viele Segler sind nicht hier, hinter uns liegt noch eine deutsche Segelyacht, die jedoch morgens direkt wieder ausläuft. Ansonsten freuen wir uns über eine warme Dusche, erkunden das Clubhaus und schauen uns die zahlreichen Clubstander an, die von unseren Vorgängern zeugen. Wir verewigen uns natürlich auch mit unserem Clubstander. Nun hängt auch ein TSVS Stander in diesem Clubraum. Schön! Ansonsten verbringen wir einen ruhigen Tag. Andreas und Maren wollen erst morgen nach Lulea aufbrechen und wir werden am heutigen Sonntag sicher auch keinen Mietwagen mehr für unsere Nordkaptour finden. Zudem fährt auch gar kein Bus nach Haparanda City, die 18km entfernt ist. Wir nutzen das Internet im Hafen um Mails zu beantworten, Berichte einzustellen und Infos über Haparanda zu bekommen. Wir kaufen noch frischen Fisch direkt vom Fischer und sichern uns damit unser Abendessen.
