Von Raahe aus brechen wir auf zu der finnischen Ferieninsel Hailuoto. Der Wetterbericht sagt mal wieder nördliche Winde voraus mit etwa 14-15 Knoten in Böen 16 oder 17. Kaum verlassen wir Raahe da bläst uns schon ein recht ordentlicher Wind um die Nase, Böen bis 20 Knoten sind eher die Regel denn die Ausnahme. Super! Der Wetterbericht ist mal wieder einzigartig! Wir motoren an den Flachstellen vorbei, der Wind bleibt, die Wellenhöhe steigt! So hatten wir uns die Überfahrt ins 25 Seemeilen entfernte Hailuoto nicht vorgestellt. Aber auch der nächste Tag verspricht keinen besseren Wind, also beschließen wir Segel zu setzen. Wir setzen das Groß im zweiten Reff und die Fock. Der erste Kurs ist äußerst ungünstig, die steilen Wellen sind sehr unangenehm. Nach der Wende wird der Kurs zum Ziel besser, wir können unser Ziel zwar nicht ganz anliegen, aber immerhin fast, d.h. es wird keine ganz lange Kreuz zum Ziel. Es gibt einige Duschen von vorne, aber insgesamt schlägt sich Fritsjen gut in der Welle. Nach sechs Stunden sind wir dann aber auch kurz vor Hailuoto und wir freuen uns auf den Hafen. Immerhin ist es schon nach 18 Uhr, denn ganz so früh waren wir aus Raahe nicht aufgebrochen. Die Hafeneinfahrt ist schmal und nicht wie bisher von Schären geschützt. So rauschen wir mit den Wellen in den Hafen, der aber trotz Wellen draußen recht ruhig ist. Viel los ist nicht im Hafen, zwei weitere Segler sind noch da und ein weiterer kommt noch spät abends hinein. Wir klaren das Schiff auf, machen einen ersten Inspektionsspaziergang durch den Hafen und schmeißen dann den Grill an. Heute gibt es mal wieder Fleisch, vorweg wieder lecker Ziegenkäse mit Honig und danach Rindfleisch, Würstchen und Salat. Wir haben keine Eile und genießen die Abendstimmung an Bord. Denn für den nächsten Tag sind mal wieder nördliche Winde angesagt. Es sind noch gut 50 Seemeilen bis Haparanda und die wollen wir ungern als komplette Kreuz zurücklegen. Deswegen beschließen wir auf Samstag zu warten, da soll der Wind auf West, später Südwest drehen. Damit sollten wir dann gut nach Haparanda kommen.

So wird ausgeschlafen, geduscht und ausgiebig gefrühstückt. Dann brechen wir auf zu unserer "Sightseeing"-Tour. Der Hafen ist für finnische Verhältnisse recht groß, aber eben nur wenige Segler haben sich hierher verirrt. Im weiteren Teil des Hafens entdecken wir zwei Pilots, zwei große Fischtrawler und einige kleine Fischerboote und sogar zwei kleine Segelboote. Frischen Fisch direkt im Hafen suchen wir vergeblich, die Trawler sind gerade ausgelaufen und vor deren Rückkehr scheint es keinen frischen Fisch zu geben. Aber es gibt ja noch den Fischladen, der uns frisch geräucherten Fisch und ein frisch gebackenes Brot verkauft. An der Touristinfo zahlen wir das Hafengeld, das mit 20 Euro mal wieder etwas teurer ist. Wir buchen für den Abend die Sauna, denn die liegt einfach traumhaft schön. In dem Hafenörtchen Marjaniemi gibt es einen netten Leuchtturm, den man für ganze 5 Euro auch besichtigen kann. Wir verzichten darauf und erkunden lieber die darumliegende Landschaft. Überall sind kleine Holzpfade zu finden, auf denen man durch die Natur laufen kann. Die Insel erinnert ein wenig an Anholt. Es gibt Sandstrand, kleinen Dünen und ein paar Kiefern am Strand. Mittlerweile können wir verstehen, dass Hailuoto DIE Ferieninsel der Finnen ist. Wir kehren nach einem Spaziergang auf den Holzpfaden und am Strand entlang zurück nach Marjaniemi. Hier statten wir in dem einzigen Cafe des Ortes ein Besuch ab und genießen frischgebackenen Blaubeerkuchen und Kaffee und Kakao in der Sonne.

Jan und Silja nutzen den Tag und klaren ein wenig das Schiff auf. Silja putzt vorne die Koje, Jan baut das neue Funkgerät ein, das Maren und Andreas mitgebracht haben. Die finnischen Seekarten werden verstaut (bis auf die G-Serie, die nutzen wir gerade) und die schwedischen hervorgeholt. Maren und Andreas machen derweil noch einen weiteren Spaziergang über die Insel.

Den Abend werden wir ganz gemütlich verbringen. Es wartet der frisch geräucherte Fisch und die vorgeheizte Sauna. Morgen wird es dann vermutlich wieder ein wenig ungemütlicher und darauf wollen wir vorbereitet sein. Es warten etwa 54 Seemeilen auf uns. Da es heute den ganzen Tag recht kräftig weht, wird uns vermutlich wieder eine recht ordentliche Welle begleiten. Vorbei an den Malören soll es morgen nach Haparanda gehen. Von dort wollen Maren und Andreas weiter ziehen und bei uns ist noch nicht klar, ob wir den Landausflug zum Nordkap tatsächlich machen oder direkt weitersegeln. Doch - wie sollte es anders sein - für den Rest der Woche  ist Südwestwind vorhergesagt und ab Haparanda wäre das dann auch unsere Richtung...