Huch! Keine Überschrift...

Willkommen im Kümmelland!
Wir sind heute pünktlich um 7 Uhr aus dem Kastellhafen in Klaipeda ausgelaufen. Die Brücke, die die Ausfahrt versperrt, macht nämlich nur zur jeder vollen Stunde 15 Minuten lang auf und das in der Nebensaison auch erst ab 8 Uhr. Also hatten wir den Hafenmeister am Abend zuvor freundlich gebeten, die Brücke für uns schon um 7 Uhr aufzumachen. Es hat geklappt und wir wurden sehr nett verabschiedet. Auch waren Gerd von der Gerrun und Frank von der Julius schon auf den Beinen ebenso wie Uwe von der Florentine. Wir verabschiedeten uns kurz - gehen wir doch davon aus, dass wir alle noch des Öfteren wieder treffen werden, denn sie alle sind auf einer Ostseerunde.
Für heute sind leichte Winde angesagt. Das trifft dann auch tatsächlich mal zu. Wir versuchen zu segeln, zunächst unter Groß und später dann unter Genaker. Es geht mehr oder weniger schnell voran und ab und an muss auch der Motor ein wenig helfen um die 50 Seemeilen bis Liepaja zu schaffen.
Die letzten beiden Tage in Klaipeda hatten wir genutzt um das Schiff in Ordnung zu bringen, unsere Genua beim Segelmacher reparieren zu lassen (der sitzt direkt im Hafen und ist gut und günstig!), Wäsche zu waschen, den Restaurant Tipps von Thoralf nachzugehen und dem Meeresmuseum einen Besuch abzustatten. Das Meeresmuseum in Klaipeda befindet sich in einer alten Festung, sehr schön gelegen. In der Mitte befinden sich die Aquarien sowie die Pinguine, Seelöwen, Kegelrobben und Seehunde. Im Kreis darum angeordnet sind jeweils einzelne Ausstellungsräume, die über Klaipedas Vergangenheit und die Geschichte der Seefahrt berichten. Ein nettes Museum, bei dem man aber natürlich nicht die Maßstäbe von Stralsund zu Grunde legen darf.
In Klaipeda selbst freuen wir uns über die autofreie Innenstadt am Wochenende, über das kleine Fest mit Musik in der Stadt anlässlich einer durch die EU finanzierten Kampagne (welche konnten wir leider nicht herausfinden).
Auch Litauen hat uns sehr gut gefallen. In Klaipeda sind zumindest im Innenstadtbereich nur noch teilweise die Spuren sowjetischer Zeiten zu entdecken, es ist vielmehr ein europäisches Städtchen mit Cafés und Restaurants. Viele Menschen sprechen englisch, einige (vor allem Ältere) auch deutsch und das Preisniveau liegt noch unter dem Deutschen. Wir freuen uns nun auf Lettland und hoffen, dass Silja dort auch kümmelfreie Speisen findet. In Pasta mit Seefood hat sie auf jeden Fall schon Kümmelkörner entdecken können...