Endlich, es scheint wirklich wahr zu werden, es ist Sommer in Finnland. Von der traumhaft schönen Insel Kilmäpihlaja brechen wir auf Richtung Reposaari. Es ist nur leichter Wind angesagt und natürlich wieder von vorne. Wir versuchen zu segeln. Auf den freien Stücken klappt dies wunderbar, und das sogar mit Groß und Fock. Denn die Genua haben wir erst einmal selbst außer Betrieb gesetzt... Aufgrund unseres neuen Profilvorstags lassen sich unsere Segel teilweise recht schwer setzen, so dass wir oft schon früh die Winsch nutzen müssen. Tja, und da haben wir gute Arbeit geleistet und die Genua so in den Einfädler gestopft, dass es weder vor noch zurück ging. Aber was soll's, dann baut man halt den Einfädler ab und setzt die Fock und hat dann erst einmal genug Bastelei für den Segeltag... Trotz Kreuzen und leichten Winden kommen wir doch gut voran und am frühen Abend machen wir in Reposaari fest. Die Julius liegt dort bereits. Der Hafen wirkt recht leer, viele Heckbojen sind nicht belegt. Nach einem Anlege-Campari und einer groben Törnplanung für den nächsten Tag machen wir uns auf den Weg in die City, wenn man den Dorfkern so nennen kann. Wir sind auf der Suche nach einem Restaurant. Das erste, eine Pizzeria, sagt uns so gar nicht zu und so laufen wir weiter, fragen uns durch und erfahren, dass am Ende der Insel (wir dachten Straße) ein Fischrestaurant ist. Prima! Doch nachdem wir bis zum Ende der Insel gelaufen sind, müssen wir feststellen, dass das Restaurant schon lange zu hat. Zugegebenermaßen sind wir nicht früh unterwegs, es ist fast 21 Uhr. Aber laut Stadtplan gibt es noch zwei weitere Restaurants, wir versuchen unser Glück. Und tatsächlich, wir werden fündig. Es ist vermutlich die Dorfkneipe Nr. 1, hier bekommen wir noch eine Pizza zu essen. Wenigstens ist hier noch ein wenig Trubel, die Pizza ist ok und günstig ist es zudem noch. Glücklich und mit rundem Bauch geht es zurück aufs Schiff und in die Koje.

Für Freitag ist wieder leichter Wind aus östlichen, später nördlichen Winden angesagt. Also mal wieder von vorne... Wir planen einen Schlag von Reposaari nach Kilen. Das sind 33 Meilen und die sollten wir auch bei leichten Winden, teilweise auch von vorne gut schaffen. Nach einem kurzen Einkauf brechen wir kurz vor Mittag auf und freuen uns zunächst über den Ostwind. Es ist wunderbares Wetter, die Sonne scheint und es ist warm. Endlich können wir in kurzen Hosen und T-Shirt segeln. Es ist alles wunderschön, jede Schäre sieht anders aus und hinter jeder Ecke entdeckt man etwas Neues. Leider können dies die Bilder gar nicht wiedergeben - sie sehen alle recht gleich aus, obwohl die Realität alles andere als das ist. Zwischen den Schären wird der Wind recht mau und wir überlegen baden zu gehen. Doch pünktlich bei diesem Gedanken dreht der Wind und frischt auf. Mittlerweile geht es auf den Abend zu und wir sind des Kreuzens ein wenig müde, wir schmeißen den Motor an und motoren die restliche Strecke in den Hafen Kilen. Hier ist es ganz beschaulich, viel gibt es hier nicht, aber das wollen wir auch gar nicht. Bei uns gibt es Spaghetti mit Scampis und Knoblauch. Danach widmen wir uns der weiteren Törnplanung sowie der Suche nach einem neuen Funkgerät. Unser Funkgerät scannt seit kurzem durch alle Kanäle, so dass wir nicht wirklich Funksprüche empfangen können. Wir haben alles versucht, aber es scheint wirklich eine Macke zu haben und nun versuchen wir noch schnell ein neues zu bestellen, welches dann hoffentlich Andreas und Maren am kommenden Samstag mitbringen. Vielleicht klappt es ja.

Morgen geht es, wie sollte es anders sein, wieder Richtung Norden. Wir werden noch einen Stopp einlegen und dann am Montag in Vaasa bzw. in der Nähe von Vaasa sein.