Am Dienstag machen wir einen kurzen Stadtrundgang in Svendborg. Wir drei kennen die Stadt von verschiedenen Törns und sind immer wieder gerne in dieser typischen kleinen dänischen Stadt. Für Jan ist es ungewohnt, im Yachthafen zu liegen - direkt gegenüber ist die Ring-Andersen Werft, eine der wenigen Werften, die sich noch auf größere Holzschiffe verstehen. Hier liegen im Winter oft die Clipper-Schiffe und werden von fleißigen Winterarbeitern für die neue Saison fit gemacht. So kommen bei Jan die Erinnerungen an anstrengende, aber schöne Wintertage auf. Wie passend, dass die Albatros, ein Dreimast-Schoner von Clipper, wie wir erfahren in Nyborg liegt und auch einen Hafentag hat! Kurz entschlossen machen sich Jan und Silja gegen Mittag mit dem Bus auf den Weg nach Nyborg, da auf der letzten Albatros-Reise für dieses Jahr wie immer viele gute Freunde mit dabei sind. So wird es ein schönes Wiedersehen an Bord des etwas größeren Schiffes und der Nachmittag geht viel zu schnell vorbei. Den Abend verbringen wir dann zu dritt wieder in Svendborg bei unserem Standard-Italiener in der Nähe des Hafens.

Den Mittwoch lassen wir mal wieder ganz gemütlich angehen. Es gibt Frühstück mit leckeren Brötchen vom Bäcker. Ein Blick auf das Regenradar sagt uns, besser noch ein wenig warten, dann gibt es auch einen trockenen Segeltag. So kaufen wir noch kurz im Fotex ein und versorgen uns mit frischen Fisch aus Bendixens Räucherei. Am frühen Nachmittag brechen wir auf Richtung Marstal. Es wird ein schöner Segeltag - wir haben Sonne, Winde von guten 20 Knoten (daran sind wir ja mittlerweile gewöhnt). Nach guten 2,5 Stunden sind wir dann auch schon da - in Marstal. Wir fahren am imposanten Dock vorbei, wo gerade die Fähre, die sonst die Strecke Aerosköbing Svendborg zurücklegt, auf dem Trockenen thront und das mit neuem Design - sehr schick! Am Abend schmeißen wir den Grill an und lassen uns den frischen Fisch aus Svendborg so richtig schmecken. Wir hatten nämlich zuvor beschlossen, dass wir noch gar nicht abgegrillt hatten und das wollten wir jetzt nachholen - ganz gleich wie kalt es mittlerweile abends wird.

Auch am Donnerstag haben wir keine Eile. Die Windvorhersage ist für die nächsten drei Tage nicht optimal, aber immerhin sind segel- oder motorbare Bedingungen. Da für Freitag Südostwind vorhergesagt ist, wollen wir nur nach Bagenkop um dann nach Laboe zu rauschen. Wir genießen den Vormittag in Marstal, wo wir u.a. dem Seefahrtsmuseum einen Besuch abstatten. Hier finden sich über drei Häuser verteilt interessante Schiffsmodelle, Zeichnungen und Fotos, Schiffsgegenstände und Mitbringsel aus vergangenen Zeiten. Wir genießen es durch die Räumlichkeiten zu schlendern und sind fasziniert wie viele Schiffe in Marstal erbaut wurden und was für ein Trubel hier in vergangenen Zeiten auf dem Wasser herrschte. Ansonsten ist der Hafen von Marstal derzeit nur noch gering bestückt. Ein paar wenige Gastyachten verirren sich noch hierhin. Insofern wundert es auch nicht, dass nur noch ein Teil der Sanitäreinrichtungen offen hat, die Seglerküche hat ganz zu - aber auch das kennen wir ja - alles lukket. Wir verlassen Marstal bei absoluter Flaute. Jan und Silja sind ganz begeistert, denn so wirklich können sie sich nicht erinnern, wann sie das letzte Mal derart flaches Wasser ohne jeglichen Windhauch hatten. Nach all dem Starkwind ist es doch auch mal wieder ganz entspannend auf dem Wasser zu dümpeln. Die kurze Distanz nach Bagenkop motoren wir. Unterwegs gibt es einen kurzen Stop, wir lassen das Hydrophon zu Wasser. Aber, dass was unsere Augen schon verraten haben, bestätigt das Hydrophon - keine Schweinswale. Nun haben wir mal einen Tag absolut ruhiges Wasser und man könnte Schweinswale sehen... aber das Glück ist in dieser Hinsicht nicht mit uns.
Auch in Bagenkop ist der Hafen gähnend leer. Wir machen bei strahlenden Sonnenschein in einer Box fest und sind in freudiger Erwartung. Wir wollen nämlich Frieder treffen. Frieder mit seiner Pitu hatten wir in Karlskrona kennengelernt - er war da unser Leidensgenosse - und seit dem haben wir ständigen Kontakt zu Frieder gehabt. Per SMS haben wir uns oft gegenseitig aufgebaut, wenn der Wind mal wieder ein Vorankommen verhinderte. Es gab ein nettes Wiedersehen und nun wirklich das absolute Abgrillen. So genossen wir es zu viert in der Sonne sitzend zu Abend zu essen. Es wurde ein wahrer Festschmaus und viel zu quatschen gab es eh. Allerdings fand der Abend auch ein schnelles Ende, denn kaum war die Sonne hinter dem Horizont verschwunden, wurde es eisig kalt. Also ging es für uns unter Deck zu unseren Ecomaten und für Frieder auf die Pitu. Er hat sich noch auf einen Ankerplatz verholt und wird morgen noch Maasholm laufen, während wir den kräftigen Südostwind nutzen wollen um nach Laboe zu kommen. Dort heißt es dann Schiff aufräumen und putzen und dann kommt am Samstag die letzte kleine Etappe nach Schilksee.